Unter "Too Big to Fail" - Zu Groß, um zu scheitern - versteht man Unternehmen/Institutionen, welche allein aufgrund ihrer Größe, als "systemrelevant" an zusehen sind, und somit eine gesonderte Rolle in unserem Finanzsystem innehaben. Die Insolvenz, solcher Unternehmen/Institutionen würde, womöglich zum Kollaps des gesamten Finanzsystems führen. Deshalb hat der Staat ein spezielles Interesse, in Krisenzeiten, Unternehmen dieser Kategorie mit Staatshilfen zustützen. Vor allem Unternehmen aus der Finanzbranche erfüllen diese Kriterien.
Der "Moral Hazard" bezeichnet ein ökonomisches Problem, das sich dadurch auszeichnet, dass die Risikoneigung einer Person, durch eine Versicherung, zunimmt.
Langfristitg steigen damit aber die Aufwendungen der Versicherung, dies wiederum wird kompensiert durch die Allgemeinheit der Versicherten, mit höheren Prämien.
Beispielsweise kann beobachtet werden, dass Autofahrer mit einer Vollkaskoversicherung im Straßenverkehr mehr Risiken eingehen, als Fahrer, mit Teilkasko oder lediglich Haftpflichtversicherung.
Es kann aber auch auf Banken übertragen werden, die "too big to fail" sind und somit eine Art imaginäre Versicherung gegenüber dem Staat besitzen. Sie können sich damit darauf verlassen, durch Staatshilfen gerettet zuwerden. Die Staatshilfen drücken sich lagfristig in höheren Steuern aus.
Auch, durch diesen Konflikt hat die Finanzkrise, solch Ausmaß angenommen.
Oft wird gesagt: "Gewinne wurden privatisiert, Verluste sozialisiert".
Bankvorständen wird von der Politik vorgeworfen, dies gezielt ausgenutzt zuhaben.
Recht hat sie, bloß klingt es grad aus dem Mund eines Politikers hämischer als aus irgendeinem Anderen.
Der Zusammenhang zwischen "Too big to fail" und Moral Hazard ist Wirtschaftswissenschaftlern und der Politik nicht erst seit Ausbruch der Finanzkrise bekannt.
Es sind immer noch die gewählten Vertreter unseres Volkes, die über Gesetze entscheiden, ob sie diese selbst schreiben/entwerfen, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Immerhin sollte zumindest davon ausgegangen werden, dass sie die Gesetze lesen, verstehen und danach rationale Entscheidungen treffen. Doch ich befürchte, dies ist nicht immer der Fall.
In der Vergangenheit wurde entschieden, dass Deregulierung voran getrieben werden muss, dies war der Trend der Zeit und es war auch nicht alles falsch, doch wurde so erst der Weg für die kritisierten Bankvorstände geebnet.
Manch Einer wird auch meinen, dass es strikte Regelungen für Banken, schon längst gab, um dem Dilemma zwischen "too big to fail" und Moral Hazard vorzubeugen, bloß leider wurden diese einfach nicht kontrolliert.
Okay, sei unseren Politikern verziehen, immerhin sind auch sie nur Menschen und die machen nun mal Fehler. Hauptsache wir lernen daraus.
Komisch nur, dass gleich Überlegungen angestellt werden "Bad Banks" einzurichten, in denen die toxischen Papiere, ausgelagert werden und der Staat die Haftung übernimmt.
Man muss kein Experte sein um zu ahnen, dass der Konflikt dadurch wohl nicht besser kontrolliert wird.
Um dem Dilemma vorzubeugen, muss ein ordnungspolitischer Rahmen geschaffen werden, der zumindest in Europa, besser kontrolliert und sofort eingreift, wenn Risiken für die Allgemeinheit vorherzusehen sind.
Dienstag, 25. August 2009
Zwischen "Too Big to Fail" und Moral Hazard gefangen
Labels:
Wirtschaft
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